Die Gerechten - Kunst/Schauspiel - lesinrocks.com
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Theater
Der Gerechte
David Noir
Nach Die PuritanerDavid Noir und sein Team von der Cie La vie est courte legen noch einen drauf. Der Gerechteeine "neue 100%-Hasskomödie". Bevor wir uns den Film ansehen und unsere Meinung dazu äußern, hier die Präsentation des Regisseurs über seine Arbeit in der vorliegenden Form (in der vorliegenden Form, weil das Thema, der dramaturgische Stoff der Einfach auf dem Papier Ähnlichkeiten mit dem unerträglichen Nexxt von Arpad Schilling, das im Rahmen der Magyaren-Saison auf dem Festival von Avignon aufgeführt wird - Analogien, die sich von selbst auflösen, wenn man sich an die intellektuelle und sensible Untermauerung hält, die David Noir dazu veranlasst, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen):
"Die Inspiration für dieses Stück ist sehr aktuell und hat ihren Ursprung in der Welt der Teenager, die sich mit Fantasy-Fernsehserien, erotischen Comics und Videospielen beschäftigen. Die Charaktere sind physisch zu einer Reihe von Figuren stilisiert, die von Comics, Mangas oder anderen Stilen inspiriert sind und ein sehr buntes und naives Ensemble bilden. Ein Terroristenmädchen mit einem ambivalenten Look (Maschinengewehr, Federbetten, Spalier und Teddybär), ein Playmobil-Pirat mit verbundenem Auge, der Lunge und Alkohol ausspuckt, eine alte Dame mit Nadelstreifen, die sich für erotische "Nudies" aus den 60er Jahren als lasziver Panther verkleidet hat, ein braves Kind, das Pädophile jagt, ein Serienkiller, der Star einer Fernsehshow ist, und viele andere Freunde aus unserem aktuellen und kulturellen Universum. Von Anfang an wurzelt die Handlung also in dieser neuen kindlichen Ästhetik voller Gewalt und Irrfahrten, aus der meiner Meinung nach eine sehr aktuelle Form romantischer Poesie hervorgeht, wie eine andere Akzeptanz des alten Gothic-Stils, die aus rohen Worten und sündigen Situationen besteht, in denen das banalisierte Fantastische einen feindseligen und beunruhigenden Alltag symbolisiert. Die "glücklichen Tage" liegen hinter uns, weit weg, verstaut in den fröhlichen Erinnerungen an den Babyboom unserer Eltern, ganz hinten in den Schubladen der Resopaltische. Geld um des Geldes willen, intellektuelle und künstlerische Prostitution, die über das Fernsehen und seine Werbung offen in den Vordergrund gestellt werden, sind zu sicheren Werten geworden. Das Theater seinerseits scheint sich in prüde oder falsch provokative Schleier gehüllt zu haben, hinter seinem zeitlosen Gefolge institutioneller Konventionen, weit entfernt von unserer merkantilen Gesellschaft, die die akademischste "schöne Kunst" pflegt. Einfach ist bewusst in den Rahmen einer Radiosendung eingebettet. Dort findet ein Spiel statt, bei dem jeder seine Haut retten und einem vom Publikum gewünschten, demütigenden Tod entgehen muss. Der Kampf ist medial und verkörpert sich in der Arena des Zuschauerraums. Die Unterdrückung durch eine mittlerweile freundliche und verständnisvolle Macht, der Druck der zahmen Meinung einer hirnlosen Masse wird hier vor den Augen der komplizenhaften Zuschauer auf jeden Protagonisten ausgeübt und verwandelt die Figuren nach und nach in nette, glatte und saubere Konsenspersönlichkeiten, die bereit sind, die vehementeste Sodomie und die fröhlichste Erniedrigung widerspruchslos über sich ergehen zu lassen. Es ist ein Spiel um Macht und Hierarchie, um das Image und um unsere Persönlichkeiten.
Die szenische Natur des Projekts ist nicht linear, sondern appelliert an die psychischen Fähigkeiten des Zuschauers. Ideenassoziationen - Montage - Wortspiele; der einzige kreative Wille, der meine Arbeit leitet, ist die Effizienz und der Respekt vor meiner Optik. Das Team der PuritanerIch wünsche mir eine interaktive Aufführung mit einem betroffenen Publikum, das uns bereits gefolgt ist und uns durch die bereits erwähnte erste Etappe dieser Arbeit kennengelernt hat: Die Puritaner. Der Gerechte (sowohl vom Geist als auch von der mystischen Inspiration her), sind also schon jetzt die logische Folge. Die direkte Ansprache des Publikums, der Soundtrack und die Live-Musik bleiben unsere Werkzeuge, um die Inkarnationen der einzelnen Mitglieder unserer Gruppe zu unterstützen. Das Theater hat noch einen langen Weg vor sich, um einen freien und dynamischen Ausdruck seiner Kunst zu finden, der heute weit hinter den Erfindungen der bildenden Künste, dem Fortschritt der aktuellen Musik und der Erfindung neuer technologischer Medien zurückbleibt. Ich und die Puritaner Wir wollen einen möglichen Weg aufzeigen, der wiederum durch die Einfach. "


